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Rubrik · Länder

Der Stiefel trägt zwei Inseln, ohne die er nicht Italien wäre

Italien wird als Stiefel gezeichnet. Sizilien und Sardinien sind keine Verzierung. Ohne sie fehlt dem Staat die Hälfte seiner südlichen Wirklichkeit.

Jeder erkennt Italien am Stiefel. Der Stiefel allein ist die Halbinsel. Der Staat ist die Halbinsel plus Sizilien plus Sardinien, und das ändert, was man für die Mitte hält.

Rom sitzt in der Mitte der Halbinsel, nicht in der Mitte des Landes. Sizilien hat mehr Einwohner als viele italienische Regionen auf dem Stiefel. Sardinien ist flächenmäßig eine der größten Regionen. Wer Italien nur vom Po bis zur Stiefelspitze denkt, lässt zwei eigene Welten weg.

Italien auf einen Blick

Hauptstadt

Rom

Fläche

301 336 km²

Einwohner

58,9 Millionen

Amtssprache(n)

Italienisch

Währung

Euro

Kontinent

Europa

Besonderheit

Stiefel plus zwei große Inseln

Die Halbinsel ist lang, die Inseln sind keine Fußnote

Italien misst von den Alpen bis Sizilien über 1 000 Kilometer. Im Norden liegen die Industrie und die Pässe nach Frankreich, in die Schweiz und nach Österreich. Im Süden liegt ein anderes Klima, eine andere Wirtschaftsgeschichte, eine andere Entfernung zu den Ämtern in Rom.

Sizilien und Sardinien sind autonom und trotzdem keine Sonderzonen zum Abhaken. Fähren und Flüge sind Alltag, nicht Urlaub. In Campione d'Italia liegt sogar eine italienische Gemeinde in der Schweiz und zahlte lange in Franken. Der Stiefel erklärt auch das nicht.

Rom liegt in der Mitte der Halbinsel. Das Land hat mehr als eine Mitte.

— TerraTally · Länder-Desk

Ein Staat, dessen Städte älter sind als er selbst

Das Königreich Italien entstand 1861, die Republik 1946. Rom, Neapel, Venedig und Florenz waren lange bevor es diesen Staat gab schon Zentren. Die Einheit war eine politische Entscheidung über Städte, die sich nicht als Vororte einer Hauptstadt verstanden.

58,9 Millionen Menschen leben in diesem Staat auf 301 336 Quadratkilometern. Sechs Landnachbarn teilen sich die Alpengrenze, darunter zwei Zwergstaaten: San Marino und die Vatikanstadt. Die Karte sieht einfach aus. Die Verwaltung ist es nicht.

Eine Sprache, die Dialekte nicht ersetzt hat

Italienisch ist die Amtssprache, durchgesetzt vor allem über Schule und Fernsehen. Gesprochen wird daneben weiter Neapolitanisch, Sizilianisch, Venezianisch, Sardinisch. Im Aostatal ist Französisch mitamtlich, in Südtirol Deutsch. Der Staat hat eine Sprache gewählt. Die Orte haben die ihren behalten.

Auch die kleineren Inseln zählen: Elba, die Ägadischen Inseln, Pantelleria auf dem Weg nach Afrika. Sie sind keine Urlaubsanhängsel. Sie liegen auf Seewegen, die älter sind als der italienische Staat, und sie halten den Stiefel in einem Meer, das Nachbarn hat, nicht nur Strände.

Italien ist leicht als Stiefel zu merken und unvollständig ohne die Inseln. Der Staat sitzt auf einer langen Halbinsel und auf zwei Inseln, die keine Zugabe sind.