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Rubrik · Länder

Die Vatikanstadt ist souverän, weil eine Kirche in Rom ein Territorium bekam

Der Staat liegt in Rom, grenzt nur an Italien und ist so klein, dass eine ganze Quadratkilometerzahl ihn kaum fasst.

Die Vatikanstadt ist kein Land, das eine Hauptstadt gewählt hat. Sie ist das Territorium, das der Heilige Stuhl 1929 erhielt, damit eine Kirche in Rom als Souverän einen Boden hat. Der Staat ist klein. Die Kirche, die ihn trägt, ist es nicht.

Wer um den Petersplatz geht, wechselt die Hoheit, ohne die Stadt zu verlassen. 764 Menschen zählt der Länderstand als Einwohner. Die Fläche führt der Seed mit 0,44 Quadratkilometern. Als ganze Zahl bleibt davon 0. Beides sagt dasselbe: Dieser Staat ist kleiner als die Einheit, in der Atlanten Länder sonst messen. Die Hauptstadt heißt wie der Staat selbst, Vatikanstadt, weil es kein weiteres Gemeinwesen innen gibt.

Vatikanstadt auf einen Blick

Hauptstadt

Vatikanstadt

Fläche

0 km²

Einwohner

764

Amtssprache(n)

Italienisch, Latein

Währung

Euro

Kontinent

Europa

Besonderheit

Staat innerhalb Roms

Ein Territorium, das Rom ausgespart hat

Die Lateranverträge von 1929 beendeten den langen Streit zwischen dem Königreich Italien und dem Heiligen Stuhl und schnitten aus Rom ein eigenes Staatsgebiet. Darin liegen der Petersdom, die Gärten, die Museen und der Apostolische Palast. Der Papst ist Oberhaupt dieses Staates und zugleich Oberhaupt des Heiligen Stuhls, der die Kirche über den Staat hinaus führt. Die beiden Ämter fallen im Alltag zusammen und sind rechtlich nicht dasselbe. Der Stuhl ist älter als die Mauer. Der Staat ist der Fleck, den die Mauer einschließt.

Einige Kirchen in Rom und der päpstliche Sitz in Castel Gandolfo haben einen Sonderstatus auf italienischem Boden, ohne in die gezählte Fläche einzugehen. Wer nur das Staatsgebiet zeichnet, zeichnet den Staat und nicht die ganze römische Gegenwart des Stuhls. Der einzige Nachbar ist Italien, und die Grenze ist keine Außengrenze im üblichen Sinn, sondern die Linie, an der die Stadt Rom aufhört, nur Stadt zu sein. Man überschreitet sie zu Fuß. Das macht sie nicht weniger zu einer Staatsgrenze.

Die Hauptstadt ist der Staat

Es gibt keine weitere Stadt, in die man die Regierung verlegen könnte, und kein Hinterland, das die Hauptstadt ernährt. Die Verwaltung spricht Italienisch. Latein bleibt die Sprache des Heiligen Stuhls, der feierlichen Akte und der Kirche, die über diese Mauer hinausreicht. Zwei Sprachregister für einen Fleck, der kleiner ist als ein römisches Viertel: eines für den Amtstag, eines für den Anspruch, älter zu sein als die modernen Staaten ringsum. Die Einwohnerzahl fasst die Menschen, die hier wohnen, nicht die, die dieser Staat zu führen beansprucht.

Anderswo ist die Hauptstadt eine Standortentscheidung. Ein Land wählt eine Stadt, weil sie in der Mitte liegt, einen Hafen hat oder eine Eroberung überstanden hat. Hier fällt die Wahl aus, weil Stadt und Staat dasselbe Gelände sind. Die Kirche, der die Menschen innen dienen, wohnt nicht in dieser Einwohnerzahl. Sie wohnt in Pfarreien, die dieser Fleck nicht enthält. Deshalb ist die Vatikanstadt auf der Karte ein Punkt und in der Politik ein Sitz. Der Punkt ist vermessbar. Der Sitz ist es nicht.

Die Mauer umschließt einen Staat. Sie umschließt nicht die Kirche, der dieser Staat gehört.

— TerraTally · Länder-Desk

Der Euro einer Kirche

Gezahlt wird in Euro. Eine eigene Notenbank hat die Vatikanstadt nicht. Sie hat eine Währungsvereinbarung mit der Europäischen Union und prägt eigene Münzen, die in der Eurozone gelten. Die Scheine bleiben die gemeinsamen. Für einen Staat, den die ganzzahlige Fläche auf 0 setzt, ist das die passende Geldform: ein Zeichen der Souveränität in der Münze, der Anschluss an die Kasse des Nachbarn im Schein. Der Euro ist hier kein Beitritt zu einem großen Währungsraum aus wirtschaftlicher Macht, sondern die Geldform eines Staates, der absichtlich keine eigene Volkswirtschaft trägt.

Man kann diesen Ort als Kuriosität behandeln, als den Fleck, den Ratespiele gern als Sonderfall abfragen. Das verfehlt die politische Geographie. Der Heilige Stuhl brauchte nach dem Ende des alten Kirchenstaats einen Boden, der nicht italienische Provinz ist. Italien brauchte einen Frieden mit der Kirche in seiner Hauptstadt. Die Lateranverträge haben aus diesem doppelten Bedarf einen Staat geschnitten, der absichtlich nicht größer wurde. Die Kleinheit ist das Ergebnis einer politischen Abmachung, nicht ein Versehen der Vermessung.

Die Vatikanstadt liegt in Rom, grenzt an Italien und führt eine Kirche als Souverän. Die Einwohnerzahl und eine Fläche, die als ganze Zahl verschwindet, beschreiben den Staat. Sie beschreiben nicht die Reichweite des Stuhls, der ihn hält.