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Rubrik · Länder

Tadschikistan spricht Persisch und lebt in den Tälern

Duschanbe liegt in einem Tal. Der größte Teil der Karte ist Gebirge. Die Staatssprache ist eine Form des Persischen.

Duschanbe ist eine Hauptstadt in einem Tal. Um sie herum ist Tadschikistan vor allem Gebirge, und das bewohnbare Land sind die Täler der Flüsse, nicht die Gipfel. Die Sprache dieses Staates ist Tadschikisch, eine Form des Persischen, in einem Raum, dessen nächste Nachbarn überwiegend türkische Sprachen sprechen.

Die Republik wurde am 9. September 1991 unabhängig, als die Sowjetunion auseinanderfiel. Übrig blieb ein Binnenstaat zwischen Usbekistan, Kirgisistan, China und Afghanistan. Im Norden ragt die Provinz Sughd mit Chudschand in das Becken von Ferghana hinein, fast abgeschnürt vom Rest des Landes durch die Berge. Im Süden bildet der Pandsch die lange Grenze zu Afghanistan und wird zum Amudarja. Im Osten liegt Berg-Badachschan, das autonome Gebiet des Pamir. Auf 143 100 Quadratkilometern leben 10 786 734 Menschen, gedrängt in die Täler, in denen Duschanbe, Chudschand und die kleineren Städte Platz finden.

Tadschikistan auf einen Blick

Hauptstadt

Duschanbe

Fläche

143 100 km²

Einwohner

10,8 Millionen

Amtssprache(n)

Tadschikisch, Russisch

Währung

Somoni

Kontinent

Asien

Besonderheit

Persische Sprache, bewohnte Täler

Der Staat passt in die Täler

Eine Karte der Gipfel erklärt Tadschikistan nicht. Erklärt wird es durch die Orte, an denen Getreide, Straße und Stadt möglich sind. Duschanbe liegt im Hisortal. Chudschand liegt am Syrdarja, in einem anderen Becken, und die Verbindung zwischen Norden und Süden führt über Pässe. Berg-Badachschan ist flächenmäßig gewaltig und dünn besiedelt. Wer dort von der Hauptstadt aus regieren will, regiert über Entfernung und Höhe, nicht über eine zusammenhängende Ebene. Der Pamir ist Staatsgebiet. Der Alltag des Staates ist das Tal.

In den ersten Jahren der Unabhängigkeit wurde dieser zerschnittene Raum zum Bürgerkrieg. Regionale Blöcke standen gegeneinander, das Tal gegen das andere Tal, die Hauptstadt gegen Teile des Südens und des Ostens. Das Allgemeine Abkommen vom 27. Juni 1997 beendete den offenen Krieg. Es hob die Geographie nicht auf. Die Straßen über die Berge bleiben die politische Anatomie des Landes: Wer sie kontrolliert, verbindet die Täler. Wer sie verliert, hat mehrere Länder in einem Staat.

Persisch, in kyrillischen Buchstaben

Tadschikisch ist die Staatssprache, eine südwestiranische Sprache, nah am Persischen Irans und am Dari Afghanistans. Geschrieben wird sie in kyrillischer Schrift, ein Erbe der Sowjetzeit, während Iran und Afghanistan die arabische Schrift nutzen. Dieselbe Sprachfamilie, ein anderes Alphabet: die Grenze ist politisch, nicht nur lautliche Abweichung. Russisch bleibt nach Artikel 2 der Verfassung die Sprache der Verständigung zwischen den Volksgruppen. In den Ämtern der Hauptstadt ist das keine Fußnote.

Im Norden und Westen sprechen Usbekistan und Kirgisistan türkische Sprachen. Im Süden, jenseits des Pandsch, ist Afghanistan der persischsprachige Verwandte, politisch ein anderer Staat mit einer anderen Schrifttradition. Tadschikistan hängt sprachlich am Süden und verkehrsmäßig an den Achsen nach Norden, nach Usbekistan und weiter nach Russland, wohin ein Teil der Familien Angehörige zur Arbeit schickt. Die These ist keine Folklore. Sie ist die Lage eines persischen Tals zwischen türkischen Nachbarn und einem hohen Osten.

Die Berge füllen die Karte. Der Staat passt in die Täler.

— TerraTally · Länder-Desk

Duschanbe, der Somoni, die kurze Ostgrenze

Duschanbe wurde als sowjetische Hauptstadt in einem Tal ausgebaut, nicht als alte Residenz wie Buchara oder Samarkand, die heute in Usbekistan liegen. Der Name erinnert an den Montag, den Markttag. Die Stadt ist der Ort, an dem die Täler des Westens eine Verwaltung bekommen. Der Somoni, benannt nach der Dynastie der Samaniden, ist die Währung der Nationalbank. Eine eigene Währung nach der Sowjetzeit heißt: dieses Tal gibt sein Geld selbst aus, auch wenn viele Haushalte zugleich an Löhne von außerhalb gebunden bleiben.

Die Grenze zu China ist kurz und hoch. Sie liegt im Pamir, nicht vor den Toren von Duschanbe. Der lange Nachbar ist Afghanistan am Pandsch, der schwierige Norden ist die Enge von Ferghana mit Usbekistan und Kirgisistan. China berührt den Staat dort, wo kaum jemand wohnt. Das ändert die These nicht. Es schärft sie: Tadschikistan ist groß auf der Karte des Ostens und eng im Tal, in dem die Hauptstadt steht.

Tadschikistan ist ein persischsprachiges Talnetz mit einer Hauptstadt, einem hohen Osten und Nachbarn, die andere Sprachen sprechen. Wer nur die Berge sieht, sieht die Kulisse. Der Staat steht darunter, an den Flüssen.