China wirkt auf der Karte wie ein Block. Im Block verläuft eine Linie, die Geographen seit 1935 nachzeichnen: östlich davon die Städte, westlich davon die Weite.
Hu Huanyong zog 1935 eine Gerade von Heihe am Amur nach Tengchong in Yunnan. Etwa 94 Prozent der damaligen Bevölkerung lebten östlich davon, auf gut 40 Prozent der Fläche. Neuere Zählungen haben das Verhältnis verschoben, die Linie nicht ungültig gemacht.
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China auf einen Blick
Hauptstadt
Peking
Fläche
9 706 961 km²
Einwohner
1,41 Milliarden
Amtssprache(n)
Chinesisch
Währung
Renminbi
Kontinent
Asien
Besonderheit
Hu-Linie teilt das Land
Vierzehn Nachbarn, eine Uhr
China hat 14 Landnachbarn, so viele wie Russland. Die Fläche beträgt 9 706 961 Quadratkilometer, die Einwohnerzahl 1,41 Milliarden. Das Land reicht von der Pazifikküste bis nach Zentralasien. Eine Zeitzone gilt trotzdem für das ganze Staatsgebiet. In Kaschgar geht die Sonne auf, wenn in Peking der Vormittag schon fortgeschritten ist.
Die eine Uhr und die Hu-Linie gehören zusammen. Beides sind Entscheidungen, ein sehr großes Land als eines zu behandeln. Die Geographie widerspricht nicht. Sie zwingt nur dazu, die Kosten zu sehen: lange Wege, verschiedene Sprachen, verschiedene Höhen.
Die Linie ist keine Mauer. Sie ist eine Beschreibung, die weiter gilt.
— TerraTally · Länder-Desk
Der Westen ist dünner, nicht leer
Xinjiang, Tibet, Qinghai und Innere Mongolei liegen großenteils westlich der Linie. Dort leben Uiguren, Tibeter, Mongolen und Han. Die Weite ist bewohnt und umstritten. Wer sie als leere Fläche erzählt, macht aus Menschen eine Kulisse.
Östlich der Linie liegen die Tiefebene des Huang He, das Jangtse-Becken und die Küste. Dort sitzen die Megastädte. Die Hu-Linie erklärt, warum die Bevölkerungsdichte so ungleich ist. Sie erklärt nicht, wer dort das Sagen hat.
Eine Schriftsprache, viele Sprachen
Hochchinesisch ist die Amtssprache. Kantonesisch, Wu, Min und andere Sinitische Sprachen sind im Alltag andere Sprachen, auch wenn sie dasselbe Schriftzeichen lesen können. Dazu kommen Tibetisch, Uigurisch, Mongolisch, Zhuang. Der Staat hat eine gemeinsame Schrift durchgesetzt. Er hat die Zungen nicht vereinheitlicht.
Peking liegt östlich der Linie, in der nordchinesischen Ebene, nicht in der geographischen Mitte. Die Mitte wäre näher an Xi'an oder noch weiter westlich. Der Staat hat seine Hauptstadt dorthin gelegt, wo die Menschen schon waren, nicht dorthin, wo die Fläche am größten ist. Das wiederholt das Muster anderer großer Länder, nur in einem anderen Maßstab.
China ist leicht als Block zu zeichnen und unverständlich ohne die Linie im Innern. Fast alle leben östlich davon. Der Westen bleibt Teil des Staates, nicht dessen Rest.