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Rubrik · Länder

Kanada ist das zweitgrößte Land, und fast alle wohnen an einem Streifen

Die Fläche reicht bis zur Arktis. Der Alltag spielt sich nah an der Grenze zu den USA ab. Das zweitgrößte Land der Erde ist bewohnt wie ein Saum.

Kanada füllt im Atlas den oberen Rand Nordamerikas. Die meisten Menschen, die dort leben, wohnen nicht oben. Sie wohnen unten, in einem Streifen, der die US-Grenze begleitet.

Ein Landnachbar: die Vereinigten Staaten. Die Grenze ist eine der längsten der Welt. An ihr liegen Toronto, Montreal, Vancouver, Ottawa. Der Norden ist nicht unbewohnt. Er ist dünner, teurer zu versorgen und politischer, seit die Arktis eisfreier wird.

Kanada auf einen Blick

Hauptstadt

Ottawa

Fläche

9 984 670 km²

Einwohner

41,7 Millionen

Amtssprache(n)

Englisch, Französisch

Währung

Kanadischer Dollar

Kontinent

Amerika

Besonderheit

Besiedlung am Südsaum

Die Fläche lügt nicht, sie täuscht nur

9 984 670 Quadratkilometer machen Kanada zum zweitgrößten Staat der Erde. 41,7 Millionen Menschen leben dort. Ein großer Teil innerhalb von wenigen Fahrstunden zur US-Grenze. Die Zahl ist keine Beleidigung des Nordens. Sie ist die Folge von Klima, Böden und Verkehr.

Ottawa liegt im Südosten, nicht in der Mitte des Landes. Die Mitte wäre taiga und Schild. Eine Hauptstadt dort hätte niemanden erreicht, als der Staat 1867 zusammengelegt wurde. Die Wahl war praktisch, nicht symbolisch.

Das Land ist groß. Bewohnt wird der Saum.

— TerraTally · Länder-Desk

Zwei Amtssprachen, viele erste Sprachen

Englisch und Französisch sind bundesamtlich. Québec ist mehrheitlich französischsprachig, New Brunswick offiziell zweisprachig. Inuktitut, Cree und Dutzende weitere indigene Sprachen sind älter als beide. Der Staat hat zwei Kolonialsprachen amtlich gemacht. Er hat die älteren nicht aus der Landschaft gelöscht.

Auf Hans Island haben Kanada und Dänemark jahrzehntelang eine Insel mit Flaschen statt mit Soldaten beansprucht. Die Arktis ist Nachbarschaft, nicht Leere. Die Grenze dort ist inzwischen geteilt.

Der Schild und das Eis sind keine Kulisse

Der Kanadische Schild, die Prärie, die Kordilleren und die Arktis sind vier verschiedene Länder unter einem Namen. Rohstoffe kommen aus dem Norden und dem Westen. Die Entscheidungen fallen im Süden. Das erzeugt Abhängigkeit in beide Richtungen, keine Einbahnstraße.

Nunavut, die Nordwest-Territorien und Yukon haben zusammen eine Fläche wie große europäische Staaten und Einwohnerzahlen kleiner Städte. Inuit, First Nations und Métis leben dort nicht als Randnotiz. Sie leben dort, wo der Atlas weiß wird. Der Saum im Süden entscheidet trotzdem über Haushalt und Gesetz, und das bleibt die Spannung des Landes. Wer nur Toronto zählt, hat das Land nicht verstanden. Der Saum ist bequem. Er ist nicht alles.

Kanada ist leicht als rosa Fläche oben auf der Weltkarte zu merken und falsch, sobald man zählt, wo die Menschen wohnen. Das zweitgrößte Land wird am Saum gelebt.