Burkina Faso ist der Name, den sich ein Staat gegeben hat, als er Obervolta nicht mehr heißen wollte. Der alte Name beschrieb einen Fluss. Der neue beschreibt kein Gewässer und keine Küste. Er beschreibt den Anspruch, den Kolonialnamen abzulegen.
Das Land liegt in Westafrika, ohne Zugang zum Meer, zwischen Mali, Niger, Benin, Togo, Ghana und Côte d'Ivoire. Auf 272 967 Quadratkilometern leben 24 074 580 Menschen. Die Hauptstadt Ouagadougou steht im Zentrum, auf dem Plateau. Im Norden ist Sahel, im Süden wird das Land feuchter, dorthin, wo die Flüsse in Richtung Ghana abfließen. Am 4. August 1984 hörte die Republik Obervolta auf, unter diesem Namen zu bestehen.
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Burkina Faso auf einen Blick
Hauptstadt
Ouagadougou
Fläche
272 967 km²
Einwohner
24,1 Millionen
Amtssprache(n)
Nationalsprachen; Französisch und Englisch als Arbeitssprachen
Währung
Westafrikanischer CFA-Franc
Kontinent
Afrika
Besonderheit
Hieß früher Obervolta
Vom Flussnamen zum anderen Wort
Obervolta hieß das Land, weil es am Oberlauf der Volta lag, der Flüsse, die nach Süden aus dem Land hinaus und durch Ghana dem Meer entgegenfließen. Der Kolonialname war eine Lagebeschreibung aus der Perspektive des Unterlaufs. Wer oben wohnt, ist in diesem Namen nur der obere Abschnitt eines fremden Flusses. Am 4. August 1984, unter Präsident Thomas Sankara, wurde daraus Burkina Faso. Burkina kommt aus dem Mooré und steht für die aufrechten Leute. Faso kommt aus dem Dioula und steht für das Vaterland.
Ein neuer Name ändert, worauf der Staat sich beruft, wenn er sich vorstellt. Ouagadougou blieb die Hauptstadt, die Nachbarn blieben dieselben, die Flüsse fließen weiter nach Süden. Geändert hat sich der Satz auf der Karte. Obervolta war ein hydrologischer Befund. Burkina Faso ist eine politische Entscheidung über die Sprache, in der das Land genannt werden will. Die Volta ist danach noch da. Sie ist nur nicht mehr der Name.
Sahel, Plateau, kein Meer
Ouagadougou liegt ungefähr in der Mitte, nicht an einer Grenze und nicht an einem Fluss, der das Meer wäre. Rundherum liegen Mali und Niger im Norden, Benin und Togo im Osten, Ghana und Côte d'Ivoire im Süden. Jeder Weg zum Atlantik führt durch einen dieser Staaten. Der Norden gehört zum Sahel, trockener, offener, an der Schwelle zur Wüste. Der Süden ist feuchter und dichter besiedelt entlang der Achsen nach Ghana. Die Hauptstadt sitzt dazwischen, auf dem Plateau.
Die Fläche von 272 967 Quadratkilometern ist kein leeres Sahel-Rechteck. Sie ist ein Gefälle von Norden nach Süden, und die Hauptstadt sitzt auf der Schwelle. Wer Burkina Faso nur als dürres Binnenland zeichnet, lässt den Süden weg, in dem die Flüsse sich sammeln, die früher den Staatsnamen trugen. Wer es nur als Oberlauf der Volta zeichnet, fällt in den Namen zurück, den der Staat abgelegt hat. Beides ist Geographie. Nur eines davon ist noch der Name des Staates.
Den Kolonialnamen kann ein Binnenstaat ablegen. Eine Küste bekommt er dadurch nicht.
— TerraTally · Länder-Desk
Welche Sprache das Amt führt
Am 30. Dezember 2023 hat eine Verfassungsänderung den Sprachartikel neu gefasst. Amtssprachen sind seither die Nationalsprachen, die ein Gesetz dazu erklärt. Französisch und Englisch sind Arbeitssprachen. Französisch war vorher die Amtssprache, Erbe der Kolonialverwaltung und der Republik, die sich auf Frankreich bezog, auch nachdem der Name gewechselt hatte. Der Name war 1984 politisch geworden. Die Sprache der Akten ist es später noch einmal geworden.
Mooré, Dioula und Fulfulde gehören zu den Nationalsprachen, neben vielen anderen. Die Verfassung zählt sie nicht als geschlossene Liste in einem einzigen Satz auf. Sie sagt, das Gesetz mache sie amtlich. Deshalb steht im Staat nicht mehr eine europäische Sprache allein über den anderen. Der CFA-Franc der westafrikanischen Zentralbank bleibt trotzdem die Währung, gemeinsam mit anderen Staaten der Region. Das Land bleibt ohne Meer.
Burkina Faso ist Obervolta nur noch als Herkunft eines abgelegten Namens. Ouagadougou regiert ein Land zwischen Sahel und den feuchteren Tälern im Süden, ohne eigenen Hafen. Die Nationalsprachen sind amtlich geworden, Französisch ist Arbeitssprache geblieben. Der Fluss fließt weiter. Er heißt nur nicht mehr das Land.