Usbekistan erreicht das Meer nur über andere Staaten, und diese Staaten liegen selbst binnen. Taschkent regiert ein Land, das von Ländern eingeschlossen ist, die ebenfalls eingeschlossen sind.
Die Nachbarn sind Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Afghanistan und Turkmenistan. Keiner hat eine Küste am offenen Ozean. Kasachstan und Turkmenistan berühren das Kaspische Meer, aber dieses Meer hat keinen natürlichen Ausgang zum Ozean und hebt die Einschließung nicht auf. Eine solche Lage heißt doppelt binnenliegend. Liechtenstein ist der andere bekannte Fall. Usbekistan ist der große.
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Usbekistan auf einen Blick
Hauptstadt
Taschkent
Fläche
447 400 km²
Einwohner
37,1 Millionen
Amtssprache(n)
Usbekisch
Währung
Usbekischer Som
Kontinent
Asien
Besonderheit
Nur von Binnenstaaten umgeben
Eingeschlossen von eingeschlossenen Staaten
Usbekistan hat 37 053 428 Einwohner auf 447 400 Quadratkilometern. Taschkent, die Hauptstadt, liegt im Nordosten, im Tal des Tschirtschik, nahe an Kasachstan. Sie ist keine Stadt der geographischen Mitte. Sie ist eine Stadt des Randes, dort, wo der Tienschan herantritt und die kasachische Steppe beginnt. Die politische Mitte sitzt auf dem Saum. Wer das Land von einer zentralen Oase aus denkt, denkt Samarkand. Regiert wird von der Gebirgskante.
Das Ferghanatal im Osten teilt seine Logik mit Kirgisistan und Tadschikistan. Die Grenzen sind dort so gezogen, dass usbekischer Boden von kirgisischem Gebiet umschlossen ist. Soch ist eine solche Exklave. Die Einschließung ist also nicht nur der äußere Ring der Nachbarn. Im Osten ist die Karte schon in sich verknotet. Ein Staat ohne Meereszugang hat im eigenen Osten Orte, die nicht einmal den Rest des eigenen Staates direkt berühren. Die Lage ist doppelt, und sie ist lokal noch einmal eng.
Usbekistan fehlt der Hafen nicht durch eine einzelne Grenze. Jeder Ausgang führt durch einen Staat, der ebenfalls keinen Ozean hat.
— TerraTally · Länder-Desk
Zwei Flüsse und ein gewichenes Meer
Zwei Flüsse gliedern das bewohnbare Land: die Syrdarja im Osten und Norden, der Amudarja im Süden und Westen. Beide speisten einmal den Aralsee. Die großflächige Bewässerung für Baumwolle, ausgebaut in sowjetischer Zeit, hat ihnen Wasser entzogen. Der südliche Aralsee, auf usbekischer Seite, ist weitgehend gewichen. Ein nördlicher Rest liegt in Kasachstan. Ein Anteil wird hier nicht genannt. Sichtbar ist die Richtung: Die Flüsse erreichen kein volles Meer mehr, und das Land, das sie zurücklassen, gehört zu Usbekistan.
Karakalpakstan liegt am Delta des Amudarja, mit Nukus als Sitz. Die Verfassung erkennt es als Republik innerhalb Usbekistans an. Das gewichene Meer ist damit keine fremde Landschaft jenseits der Grenze. Es ist der Nordwesten dieses Staates. Die Flüsse erklären die Felder und das leere Ufer zugleich. Ein doppelt binnenliegendes Land hat sein Wasser nicht verloren, weil ein Ozean fehlte. Es hat Flusswasser auf die Felder gelenkt, und der See, der davon lebte, ist zurückgewichen.
Taschkent am Rand, Samarkand am Serafschan
Usbekisch ist die Staatssprache. Russisch bleibt weit verbreitet. In Karakalpakstan ist Karakalpakisch die Sprache des Ortes. Der Staat schreibt seine Einheit auf Usbekisch und lebt mit der älteren Schicht des Russischen. Wichtiger als die Schrift sind hier die Flüsse und die Städte, die nicht die Hauptstadt sind. Samarkand und Buchara stehen am Serafschan, westlich von Taschkent, Städte der alten Handelswege. Samarkand war die Hauptstadt Timurs. Die heutige Hauptstadt ist jünger im politischen Sinn und liegt näher an der Grenze.
Am 1. September 1991 wurde Usbekistan aus der Sowjetunion heraus ein eigener Staat. Gezahlt wird im Som. Die Währung und das Datum setzen den Staat in die Zeit. Die Geographie darunter ist älter: kein eigener Ozean, Nachbarn ohne Ozean, zwei Flüsse, ein See, der gewichen ist, eine Hauptstadt am nordöstlichen Rand und die historischen Städte am Serafschan. Wer einen Hafen sucht, sucht ihn außerhalb der Grenzen. Innerhalb findet er Taschkent, Samarkand und das Delta von Nukus.
Wer Usbekistans Meer sucht, findet es nicht innerhalb der Grenzen. Er findet Nachbarn, die auch keines haben, Flüsse, die keinen vollen See mehr erreichen, und eine Hauptstadt am Rand dieser geschlossenen Karte.