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Rubrik · Länder

Auf Mauritius gilt Englisch im Recht und Kreol auf der Straße

Port Louis regiert eine kreolische Insel. Englisch gilt im Parlament, Französisch darf dort gesprochen werden, Kreol trägt den Alltag.

Mauritius ist eine kreolische Insel, deren Staat nicht in der Sprache der Straße schreibt. Port Louis, die Hauptstadt, ist eine Hafenstadt am Indischen Ozean. Im Parlament ist Englisch die Amtssprache, Französisch darf an das Präsidium gerichtet werden. Auf der Straße und zu Hause trägt das Morisien, das mauritische Kreol, das Gespräch. Die Insel, die man meint, ist nicht die ganze Karte des Staates.

Die Insel war unbewohnt, als die Plantagenkolonie begann. Menschen kamen unter französischer, dann unter britischer Herrschaft: als Versklavte, als Vertragsarbeiter, als Händler. Aus diesem Zusammenleben ist das Kreol entstanden, das heute den Alltag trägt. Das geschriebene Recht blieb bei der Sprache der britischen Ordnung, dem Englischen. Ein großer Teil der Presse und der öffentlichen Kultur behielt das Französische der älteren Kolonialschicht. Port Louis hält diese drei Register in einem Hafen.

Mauritius auf einen Blick

Hauptstadt

Port Louis

Fläche

2 040 km²

Einwohner

1,2 Millionen

Amtssprache(n)

Englisch

Währung

Mauritius-Rupie

Kontinent

Afrika

Besonderheit

Englisch im Parlament, Kreol im Alltag

Englisch, Französisch, Kreol

Abschnitt 49 der Verfassung ist kurz. Die Amtssprache der Nationalversammlung ist Englisch, jedes Mitglied darf sich aber auf Französisch an das Präsidium wenden. Die Protokolle, die Gesetze, die förmliche Spur des Staates bleiben englisch. Französisch ist damit keine zweite Amtssprache des ganzen Staates und auch nicht nur eine Erinnerung. Es ist die Sprache, in der ein Abgeordneter im Saal sprechen darf und in der ein großer Teil der Insel öffentlich liest. Kreol ist die Sprache, in der die Insel tatsächlich redet. Das Gesetzbuch hat es nicht zur Sprache der Versammlung gemacht.

Diese Schichtung ist die Folge der Geschichte, nicht eine Laune der Hauptstadt. Französische Plantagenzeit, britische Übernahme, indische Vertragsarbeit, afrikanische und madegassische Versklavung, chinesische Händler: das Kreol ist die Sprache, die daraus eine Gesellschaft gemacht hat. Englisch blieb die Sprache der Akte, weil die Unabhängigkeit das britische Rechtsgehäuse übernommen hat. Wer in Port Louis nur eine Sprache erwartet, misst die Insel an einem Staat, der eine Amtssprache und eine Straßensprache zusammenfallen lässt. Mauritius tut das nicht.

Rodrigues und die Chagos

Die vulkanische Hauptinsel hat keinen Landnachbarn. Ein Riff umgibt sie, das zentrale Plateau trägt Orte wie Curepipe, und der Hafen bleibt Port Louis. Zum Staat gehört außerdem Rodrigues, östlich im Ozean, mit einer eigenen Regionalversammlung nach der Verfassung. Wer Mauritius nur als die eine Lagune zeichnet, lässt diese Insel weg. Sie ist kein Überseeterritorium einer fernen Hauptstadt im Sinne einer Kolonie. Sie ist Teil der Republik, mit eigenem regionalen Haushalt und eigener Versammlung.

Weiter reicht der Anspruch. Mauritius betrachtet das Chagos-Archipel als Teil seines Territoriums. Das Vereinigte Königreich verwaltet es als britisches Territorium im Indischen Ozean. Ein Vertrag über die Souveränität, unterzeichnet in London und Port Louis, ist nicht in Kraft getreten. Auf Diego Garcia liegt ein Militärstützpunkt. Die Sprache in Port Louis und die am weitesten entfernte Insel auf der Karte gehören zusammen: Der Staat ist größer und sprachlich vielschichtiger als die Hafenstadt, die seinen Namen im Alltag trägt.

Das Gesetz ist auf Englisch. Die Insel spricht Kreol.

— TerraTally · Länder-Desk

Port Louis hält den Hafen

Die Hauptstadt ist der Ort, an dem Schiff, Markt, Regierung und die drei Sprachregister sich treffen. Das Plateau dahinter ist dicht bewohnt, aber es ist keine zweite Hauptstadt. Politische Entscheidungen, die den Hafen, die Rupie oder Rodrigues betreffen, laufen über Port Louis. Die Mauritius-Rupie, ausgegeben von der Bank of Mauritius, ist die Währung dieser Inselwirtschaft, nicht der Dollar einer Assoziierung und nicht der Euro eines Kontinents. Der Hafen erklärt, warum die Hauptstadt am Wasser liegt und nicht auf dem kühleren Plateau.

Auf 2 040 Quadratkilometern leben 1 243 741 Menschen. Die Hauptinsel ist klein, der Staat auf der Karte größer, sobald Rodrigues und der Chagos-Anspruch mitgezeichnet werden. Port Louis bleibt der Punkt, an dem dieses Auseinanderfallen noch eine Adresse hat. Englisch in der Akte, Französisch in einem Teil der Öffentlichkeit, Kreol auf der Straße: das ist keine Verwirrung, sondern die politische Form einer Insel, die ihre Bevölkerung aus mehreren Überfahrten bezogen hat und ihr Recht aus einer davon.

Mauritius ist lesbar, wenn man die Sprache und die Karte gleichzeitig nimmt. Port Louis schreibt englisch, die Insel spricht Kreol, und der Staat hört bei der Lagune der Hauptinsel nicht auf. Rodrigues sitzt in der Verfassung. Die Chagos sitzen in einem Vertrag, der noch nicht gilt.