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Rubrik · Länder

Jordanien wohnt im Nordwesten und lässt den Osten Wüste

Amman sitzt im nordwestlichen Hochland. Der größere Teil der Karte ist Badia, und das Rote Meer berührt das Land nur bei Aqaba.

Jordanien sieht auf der Karte groß nach Osten aus. Gewohnt wird im Nordwesten. Amman sitzt im Hochland, die Badia füllt den Osten, und das Rote Meer berührt das Königreich bei Aqaba. Die Fläche und das Leben liegen nicht übereinander.

Das Haschemitische Königreich Jordanien ist eine parlamentarische Monarchie mit Arabisch als Amtssprache. Amman, die Hauptstadt, liegt auf dem nordwestlichen Plateau, nicht in der Mitte der 89 342 Quadratkilometer und nicht am Meer. Im Westen senkt sich das Land zum Jordantal und zum Toten Meer, das Jordanien mit Israel und mit dem Gebiet teilt, das dieser Atlas als Palästina führt. Im Osten beginnt die Badia, Stein- und Sandwüste Richtung Irak und Saudi-Arabien. Die Länderdaten nennen 11 520 684 Einwohner. Der jordanische Dinar der Zentralbank ist das Geld dieses Hochlands.

Jordanien auf einen Blick

Hauptstadt

Amman

Fläche

89 342 km²

Einwohner

11,5 Millionen

Amtssprache(n)

Arabisch

Währung

Jordanischer Dinar

Kontinent

Asien

Besonderheit

Hauptstadt im Hochland, Küste bei Aqaba

Amman im Hochland, nicht in der Mitte

Die Hauptstadt sitzt dort, wo das Hochland Regen bekommt und wo die Straßen aus Syrien, aus dem Jordantal und aus dem Süden zusammenlaufen. Sie ist nicht der geometrische Mittelpunkt. Der läge weiter östlich in der Wüste. Amman ist der politische Mittelpunkt, weil dort die Menschen sind, die Ministerien und der Hof der Monarchie. Eine Hauptstadt in der Badia wäre eine Hauptstadt gegen die Geographie des Wassers. Diese ist eine mit dem Wasser.

Kriege in den Nachbarstaaten haben Menschen nach Amman und in den Norden gebracht. Das lässt sich ohne Kopfzahlen sagen, und es gehört zur politischen Geographie der Hauptstadt: Sie ist schwerer geworden, als es die Wüste im Osten erklärt. Der Dinar und das Arabische gelten für diese Stadt wie für das leere Plateau. Gelebt wird der Staat trotzdem auf der nordwestlichen Höhe, in Amman und in den Städten, die an ihr hängen.

Die Badia ist der Osten der Karte

Östlich von Amman hört die dichte Siedlung auf, und die Badia beginnt. Basalt, Kies und Sand ziehen sich bis an die Grenzen zu Irak und Saudi-Arabien. Das ist der größere Teil der Fläche und der stillere Teil des Staates. Straßen durchqueren ihn, weil der Staat zusammenhängen muss, nicht weil dort die Städte stehen. Wer Jordanien als grünen Fleck im Nordwesten zeichnet und den Rest leer lässt, trifft die Bewohnung besser als eine gleichmäßig gefüllte Länderfarbe.

Im Westen ist die Kante scharf. Das Jordantal und das Tote Meer sind nicht die Mitte des Königreichs, sondern seine Grenze zu Israel und zu Palästina. Syrien liegt im Norden. Der Jordan ist Namensgeber und Rand, nicht die Achse, auf der Amman sitzt. Die Hauptstadt thront über der Senke, sie liegt nicht in ihr. Das Königreich heißt nach dem Fluss und wohnt über ihm.

Die Karte zeigt nach Osten in die Wüste. Der Staat wohnt im Nordwesten.

— TerraTally · Länder-Desk

Aqaba ist der Zugang zum Meer

Fast überall ist Jordanien von Land umgeben. Die Ausnahme liegt ganz im Süden: Aqaba am Golf von Aqaba, der zum Roten Meer gehört. Dort ist der Hafen, dort hört die Wüste am Wasser auf. Israel liegt an derselben Golfspitze, Saudi-Arabien südlich der kurzen Küste, Ägypten gegenüber über das Wasser, ohne Landgrenze in diesen Daten. Ein Königreich dieser Fläche hat damit einen schmalen maritimen Atem. Import und Export, die das Meer brauchen, müssen durch dieses eine Tor.

Arabisch bindet Hafen, Hauptstadt und Wüste zu einem Sprachraum. Der Dinar bindet sie zu einer Kasse. Weder die Sprache noch das Geld verlegen das Leben in die Badia. Sie machen nur deutlich, dass der leere Osten trotzdem zum Königreich gehört und von Amman aus mitregiert wird. Die Monarchie sitzt im Hochland, nicht an der kurzen Küste. Aqaba ist notwendig. Es ist nicht die Hauptstadt.

Jordanien ist richtig gelesen, wenn die Wüste groß bleibt und die Hauptstadt trotzdem im Nordwesten steht. Amman regiert vom Hochland, Aqaba öffnet das Rote Meer, die Badia füllt den Rest. Der Name kommt vom Jordan. Das Leben sitzt darüber.