Panda mit Erdkugel — Logo von TerraTallyTerraTally

Rubrik · Länder

Iran spricht Persisch und sitzt auf dem Plateau zwischen Meer und Golf

Die Staatssprache ist Persisch, nicht Arabisch. Teheran liegt im Binnenland, zwischen Kaspischem Meer und Persischem Golf.

Wer am Persischen Golf Arabisch erwartet, steht im Iran vor der falschen Sprache. Die Staatssprache ist Persisch, die Hauptstadt Teheran liegt nicht am Wasser, und der Staat nennt sich eine islamische Republik mit einem religiösen Führungsamt. Drei Tatsachen, eine Karte.

Die Verfassung der Islamischen Republik Iran macht Persisch zur amtlichen Sprache und Schrift. Regionale Sprachen dürfen daneben in Presse und Schule vorkommen, die Staatstexte bleiben persisch. Arabisch ist die Sprache des Korans und in Khuzestan auch eine gesprochene Sprache, nicht die Sprache der Behörden in Teheran. Die Hauptstadt sitzt am Fuß des Elburs, im Binnenland des Plateaus. Die Länderdaten nennen 1 648 195 Quadratkilometer und 92 417 681 Einwohner. Der Rial der Zentralbank ist das Geld dieses Staates, nicht der Dinar oder der Riyal der arabischen Nachbarn.

Iran auf einen Blick

Hauptstadt

Teheran

Fläche

1 648 195 km²

Einwohner

92,4 Millionen

Amtssprache(n)

Persisch

Währung

Iranischer Rial

Kontinent

Asien

Besonderheit

Persisch als Staatssprache auf dem Plateau

Persisch, nicht die Sprache der Nachbarn am Golf

Der Iran wird auf vielen Karten des Nahen Ostens in dieselbe Farbe getaucht wie die arabischen Staaten am Golf. Die Sprache widerspricht. Persisch gehört zu den iranischen Sprachen, es wird in einer eigenen Form der arabischen Schrift geschrieben, und es ist nicht Arabisch. Aserbaidschanisch, Kurdisch, Arabisch und weitere Sprachen werden im Land gesprochen. Die Verfassung lässt ihnen Raum neben dem Persischen und lässt ihnen nicht das Amt. Wer die Golfküste für einen arabischen Sprachraum hält, hat den Norden dieser Küste falsch einsortiert.

Teheran ist der Ort, an dem diese Amtssprache regiert. Die Stadt liegt nicht in Schiras, der klassischen Stadt der persischen Dichtung, und nicht in Isfahan, der Stadt der großen Plätze. Sie liegt nördlich auf dem Plateau, wo die moderne Verwaltung sitzt. Das Persische der Behörden ist deshalb nicht automatisch das Persische der Gedichte. Es ist die Sprache, in der Gesetze, Haushalt und Schule des Staates formuliert werden. Der Rial trägt dieselbe Entscheidung ins Portemonnaie.

Das Plateau zwischen Kaspischem Meer und Golf

Im Norden liegt das Kaspische Meer, im Süden der Persische Golf und der Golf von Oman. Dazwischen hebt sich das Iranische Plateau. Die Hauptstadt sitzt auf dieser Höhe, nicht an einer der beiden Küsten. Die Küsten sind Ränder: feucht und dicht am Kaspischen Meer, heiß und hafenbezogen am Golf. Der Staat lebt auf der Hochfläche dazwischen, in den Städten der Binnenbecken und an den Gebirgsfüßen. Wer Iran als Küstenstaat am Golf erzählt, erzählt den Rand und vergisst die Mitte.

Die Landnachbarn heißen Türkei, Irak, Armenien, Aserbaidschan, Turkmenistan, Afghanistan und Pakistan. Das ist ein Staat mit einer langen Landgrenze und mit zwei ganz verschiedenen Meeren an den Schmalseiten. Im Nordwesten berührt er die Kaukasusrepubliken, im Osten Südasien, im Westen die arabische Welt, im Norden Zentralasien. Teheran ist von keiner dieser Grenzen weit in dem Sinn, in dem eine Inselhauptstadt weit von allem wäre. Es ist weit von der Idee, der Iran sei nur die Nordküste des Golfs.

Wer am Golf nur Arabisch erwartet, liest den Iran falsch.

— TerraTally · Länder-Desk

Eine Republik mit religiösem Führungsamt

Der Staatsname ist eine These für sich. Islamische Republik heißt: Es gibt ein Parlament und einen Präsidenten, und es gibt über ihnen ein religiöses Führungsamt, das die Verfassung an die Spitze setzt. Gesetze durchlaufen die gewählte Versammlung und eine prüfende Instanz, die ihre Vereinbarkeit mit der islamischen Ordnung und der Verfassung beurteilt. Das ist keine Stimmung und kein Slogan. Es ist die Bauart, in der Teheran Macht verteilt. Wer nur Republik sagt, lässt das Führungsamt weg. Wer nur Theokratie sagt, lässt Wahl und Parlament weg.

Für die Karte folgt daraus etwas Nüchternes. Der Iran ist kein arabisches Königreich am Golf und keine gewöhnliche Präsidialrepublik mit einer Amtssprache unter anderen. Persisch, Plateau und Führungsamt gehören zusammen, weil sie erklären, warum das Land in der Nachbarschaft auffällt, ohne dass man dazu eine Kennzahl braucht. Die Fläche und die Einwohnerzahl stehen in den Länderdaten. Die Unterscheidung steht in der Verfassung.

Iran wird klarer, wenn man die drei Dinge auseinanderhält, die oft ineinander geschoben werden: die Sprache ist Persisch, die Hauptstadt sitzt auf dem Plateau, die Republik ist um ein religiöses Amt gebaut. Der Golf ist die Südkante, nicht das Land.