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Rubrik · Länder

Guinea-Bissau trägt seine Hauptstadt im Namen, damit die Karte es findet

Der Staatsname führt Bissau mit, sonst verschwindet das Land neben Guinea. Portugiesisch ist Amtssprache, Kreol die Sprache der Straße.

Guinea-Bissau führt seine Hauptstadt im Staatsnamen. Ohne das Bissau läge der Name zu nah an Guinea, dem östlichen Nachbarn, und auch Äquatorialguinea teilte sich denselben Stamm. Der Zusatz ist eine Lesehilfe der Karte. Er ist zugleich eine Ortsangabe: Dieser Staat hängt an einer Stadt am Ästuar.

Auf 36 125 Quadratkilometern leben 2 249 515 Menschen. Die Hauptstadt ist Bissau. Landnachbarn sind nur Senegal und Guinea. Portugiesisch ist die Amtssprache. Das Kreol des Landes, das Kriol, trägt die Verständigung über die Sprachen der Gruppen hinweg. Gezahlt wird im westafrikanischen CFA-Franc. Das Land ist klein zwischen zwei größeren Nachbarn, und sein Name sagt, an welcher Stadt man es festmachen soll.

Guinea-Bissau auf einen Blick

Hauptstadt

Bissau

Fläche

36 125 km²

Einwohner

2,2 Millionen

Amtssprache(n)

Portugiesisch

Währung

Westafrikanischer CFA-Franc

Kontinent

Afrika

Besonderheit

Staatsname nach der Hauptstadt Bissau

Ein Name, der die Stadt mitführt

Die Kolonie hieß Portugiesisch-Guinea. Die Republik hat Bissau in den Namen genommen, die Stadt am Ästuar des Geba. Guinea führt Conakry nicht im Staatsnamen. Äquatorialguinea ist ein weiterer Staat mit demselben Stamm und einer anderen Küste. Guinea-Bissau schreibt den Unterschied in die Beschriftung. Wer den Bindestrich weglässt, verliert das Land in der Ähnlichkeit der Namen.

Die Unabhängigkeit wurde am 24. September 1973 im Osten des Landes ausgerufen, in Madina do Boé. Portugal erkannte sie am 10. September 1974 an. Amílcar Cabral, die politische Figur des Unabhängigkeitskrieges, war zuvor in Conakry getötet worden und hat die Ausrufung nicht erlebt. Der Staat wurde im Landesinnern proklamiert und nach der Hafenstadt benannt. Der Kampf hatte einen Ort im Osten. Der Name suchte die Stadt am Wasser.

Der Bindestrich ist eine Wegbeschreibung. Er führt zur Stadt, ohne die der Name nicht hält.

— TerraTally · Länder-Desk

Portugiesisch im Amt, Kreol auf der Straße

Die Verfassung setzt Portugiesisch als Amtssprache. Das ist die Sprache der Kolonie und der Schrift des Staates. Daneben leben die Sprachen der Bevölkerungsgruppen. Das Kriol, ein Kreol auf portugiesischer Grundlage, ist die Brücke auf dem Markt in Bissau und auf den Wegen ins Innere. Es trägt Gespräche, die das Amtsportugiesisch nicht trägt. Die Amtssprache zu nennen, ohne das Kreol zu nennen, macht aus dem Land eine glattere Kolonialformel, als der Alltag hergibt.

Wer in Bissau eine Behörde betritt, wechselt das Register. Das Kreol bleibt vor der Tür nicht stehen, und das Portugiesische bleibt im Formular. Beides gehört zum Staat. Nur eines steht als Amtssprache im Gesetz. In einem kleinen Land mit einer nahen Hauptstadt ist dieser Wechsel kaum zu übersehen. Die Straße und das Formular liegen wenige Schritte auseinander und sprechen nicht gleich.

Bissau am Ästuar, Inseln vor der Küste

Bissau liegt dort, wo der Geba sich zum Atlantik öffnet, in einer Küste aus Ästuaren und Mangroven. Der Hafen ist der Grund, warum die Stadt zur Hauptstadt wurde und im Namen blieb. Im Hinterland prägt der Cashew-Anbau die Höfe, die diese Stadt beliefern. Die Stadt am Wasser sammelt, was das Innere anbaut, und schickt es hinaus.

Vor der Küste liegt der Bijagós-Archipel, eine Inselgruppe desselben Staates, vom Festland durch gezeitenreiches Wasser getrennt. Senegal schließt im Norden an, Guinea im Osten und Süden. Andere Landgrenzen gibt es nicht. Der Archipel macht aus dem kleinen Festland ein Land mit Inseln. Bissau bleibt der Punkt, an dem Ästuar, Verwaltung und Name zusammenfallen. Wer das Land sucht, sucht diese Stadt und das Wasser um sie.

Guinea-Bissau ist der Staat, der Bissau in den Namen geschrieben hat, Portugiesisch als Amtssprache führt und sich auf Kreol verständigt. Die Stadt am Geba ist der Ort, den die Karte meinen soll, wenn der Bindestrich steht.