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Rubrik · Länder

Bhutan hat das Bruttonationalglück in die Verfassung geschrieben

Thimphu liegt in einem Hochtal zwischen Indien und China. Die Monarchie hat Glück und Wald zur Pflicht des Staates gemacht.

Bhutan hat in die Verfassung geschrieben, woran dieser Staat noch messen will. Das Bruttonationalglück und der Wald sind darin Pflichten, nicht Reisemotive. Thimphu regiert das Hochtal zwischen Indien und China.

Das Königreich hat keine Küste. Die Landnachbarn sind Indien und China, sonst niemand. Auf 38 394 Quadratkilometern leben 796 682 Menschen, die meisten in den Tälern, nicht auf den Höhen. Thimphu ist die Hauptstadt in einem solchen Tal. Der internationale Flugplatz liegt nicht dort, sondern bei Paro, weil das Gebirge der Hauptstadt keinen offenen Himmel lässt. Wer ankommt, kommt über ein enges Tal, nicht über eine Ebene.

Bhutan auf einen Blick

Hauptstadt

Thimphu

Fläche

38 394 km²

Einwohner

796 682

Amtssprache(n)

Dzongkha

Währung

Ngultrum

Kontinent

Asien

Besonderheit

Himalaja-Königreich, Bruttonationalglück in der Verfassung

Ein Hochtal zwischen Indien und China

Nach Süden öffnet sich Bhutan auf die indischen Ebenen, über Straßen, die den Handel tragen. Nach Norden steigt das Land in den Himalaja, und die Grenze zu China verläuft im Hochgebirge. Über den genauen Verlauf dieser Grenze wird gestritten. Sie ist keine gewöhnliche Linie mit regem Verkehr. Der praktische Ausgang des Königreichs liegt im Süden, bei Indien. Die politische Lage bleibt die eines Staats, der zwischen weit größeren Nachbarn eine eigene Regierung in den Tälern behält.

Dzongkha ist die Amtssprache, die Sprache der Verwaltung und der Klöster, nicht die einzige Sprache der Täler. Im Süden wird auch Nepali gesprochen. Ein Teil der nepalesischstämmigen Bevölkerung wurde vertrieben. Das gehört zur politischen Geschichte des Königreichs und mildert das Bild einer abgeschlossenen Bergidylle. Thimphu regiert ein Land, das nach außen eng und nach innen nicht spannungsfrei ist.

Wald und Glück als Pflicht

Die Verfassung verpflichtet den Staat, Bedingungen zu schaffen, unter denen das Bruttonationalglück verfolgt werden kann. Das ist kein Kennwert für eine Rangliste. Es ist die Ansage, dass der Staat sich nicht nur an Kasse und Fläche messen lassen will. Dieselbe Verfassung verpflichtet ihn, mindestens 60 Prozent der Landesfläche als Wald zu halten. Der Wald ist damit keine Kulisse der Täler. Er ist eine rechtliche Untergrenze dessen, was das Gebirge bleiben soll.

Eine geschriebene Verfassung hat die Monarchie gebunden. Der König bleibt Staatsoberhaupt, aber das Königreich hat sich Regeln gegeben, die über eine Person hinaus gelten sollen: Sprache, Wald, das Ziel des Bruttonationalglücks. Zwischen Indien und China ist das auch eine Form der Selbstbehauptung. Ein kleiner Staat im Hochgebirge bleibt kenntlich, wenn er sagt, was er nicht opfern will, um so auszusehen wie die Ebenen unter ihm.

Zwischen Indien und China hat Bhutan den Wald zur Pflicht gemacht.

— TerraTally · Länder-Desk

Eine Währung, die nach Indien zeigt

Der Ngultrum ist die Währung der königlichen Währungsbehörde und wird auf gleicher Höhe mit der indischen Rupie gehalten. Der Handel läuft über die Straßen in den Süden, nicht über einen eigenen Hafen und nicht über die hohe chinesische Grenze. Die Währung sagt dieselbe Geographie wie die Straßen: Bhutan ist politisch ein eigenes Königreich und wirtschaftlich an Indien angeschlossen. Die Berge erklären die Distanz. Sie ersetzen den Zugang nicht.

Deshalb ist das Bruttonationalglück keine Idylle neben der Karte. Es ist der Versuch, in einem Tal zwischen Riesen eine eigene Maßeinheit zu behalten, während Rupie, Straße und Grenze sagen, wie eng der Spielraum ist. Der Wald in der Verfassung ist der harte Teil dieses Versuchs. Ihn kann man nachprüfen. Das Glück bleibt eine Pflicht der Politik, kein Ersatz für die Nachbarn.

Bhutan ist ein Königreich im Hochgebirge, das seine Nachbarn nicht leugnet und sich trotzdem eine eigene Pflicht gegeben hat. Thimphu misst den Staat am Tal, am Wald und an dem, was die Verfassung Glück nennt.