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Rubrik · Länder

Bahrain ist eine Golfinsel, die sich ans Festland gehängt hat

Manama regiert ein Inselreich im Golf. Ein Damm verbindet es mit Saudi-Arabien, und der Staat lebt vom Knotenpunkt.

Bahrain hat wenig Land und eine sehr klare Lage. Die Hauptstadt Manama sitzt auf einer Golfinsel, und ein Damm macht aus dieser Insel einen Knoten am arabischen Festland.

Auf 765 Quadratkilometern leben 1 600 366 Menschen. Das Königreich besteht nicht aus einer einzigen Sandbank, sondern aus Bahrain selbst, Muharraq, Sitra und kleineren Inseln, darunter die Hawar-Inseln nahe Katar. Der Internationale Gerichtshof hat die Hawar-Inseln Bahrain zugesprochen. Entscheidend für den Alltag ist trotzdem der König-Fahd-Damm. Er bindet die Insel an Saudi-Arabien. Ohne diese Landverbindung wäre Manama ein Hafen. Mit ihr ist Manama ein Umschlagpunkt.

Bahrain auf einen Blick

Hauptstadt

Manama

Fläche

765 km²

Einwohner

1,6 Millionen

Amtssprache(n)

Arabisch

Währung

Bahrain-Dinar

Kontinent

Asien

Besonderheit

Golfinsel, per Damm mit dem arabischen Festland verbunden

Der Damm ersetzt die fehlende Fläche

Bahrain liegt im Golf zwischen der arabischen Küste und der Halbinsel Katar. Es hat kein Hinterland aus Wüste, das man als Reserve betrachten könnte. Was fehlt, hat der Staat zum Teil ins Meer gebaut: neue Ufer um Manama, aufgeschüttetes Land für Straßen und Viertel. Der Damm leistet etwas anderes. Er holt das Festland heran, ohne die Insel zur Provinz Saudi-Arabiens zu machen. Lastwagen, Pendler und Versorgung laufen über eine Brücke, die politisch eine Grenze bleibt.

Muharraq, die ältere Handelsstadt, und Manama auf der Hauptinsel teilen sich den engen Raum mit dem Flughafen und den Häfen. Wer hier regiert, regiert auf Sichtweite. Es gibt keine ferne Provinz, in der ein Fehler unsichtbar bliebe. Die Enge ist die politische Form des Landes: jede neue Straße nimmt einer anderen Nutzung das Ufer weg, und jeder Streit um Land ist sofort ein Streit um den Staat.

Vom Perlenfang zum Knotenpunkt

Bevor das Öl den Golf veränderte, lebte Bahrain vom Perlenfang, vom Handel und von seiner Lage zwischen den Küsten. Das Öl kam früh und trägt den Haushalt nicht mehr so, wie es die größeren Nachbarn trägt. Geblieben ist eine Raffinerie, ein Hafen und die Rolle als Platz für Banken und Dienste. Der Bahrain-Dinar ist eine eigene Währung der Zentralbank, kein bloßes Wechselgeld des Festlands. Der Staat verkauft Lage: zwischen saudi-arabischem Markt, Golfroute und einem Hafen, der nicht in der Wüste liegt.

Diese Lage ist nicht nur wirtschaftlich. Im Jahr 2011 wurden Proteste in Manama niedergeschlagen. Truppen aus Staaten des Golfkooperationsrats wurden auf die Insel verlegt, über die Landverbindung, die der Damm ist. Der Knotenpunkt lässt sich also auch als Sicherung lesen. Wer die Insel an das Festland hängt, öffnet den Handel und öffnet zugleich einen Weg für die politische Ordnung der Nachbarn.

Die Fläche ist klein. Der Damm macht sie zum Knoten.

— TerraTally · Länder-Desk

Eine Monarchie auf Sichtweite

Regiert wird Bahrain vom Haus Al Chalifa. Die Verfassung kennt ein Parlament aus einem gewählten Abgeordnetenhaus und einem Beratungsgremium, das die Krone ernennt. Die Erbmonarchie behält die Regierung. Auf der engen Insel ist der Gegensatz zwischen dem sunnitischen Herrscherhaus und einem großen schiitischen Teil der Bevölkerung die innere Spannungslinie. Sie ist kein Randthema, weil es auf dieser Fläche keinen Rand gibt, in den man sie abschieben könnte.

Arabisch ist die Amtssprache, der Dinar die Währung, Manama der Ort, an dem beides gilt. Katar liegt nah, Saudi-Arabien liegt am anderen Ende des Damms, der Iran liegt über den Golf hinweg in der politischen Wahrnehmung. Bahrain bleibt trotzdem ein eigener Staat. Seine Selbständigkeit steht nicht auf Fläche. Sie steht auf der Entscheidung, eine Insel zu bleiben und sich trotzdem nicht vom Festland abzukoppeln.

Bahrain ist klein genug, dass man es für eine Station halten könnte. Der Damm, der Hafen und die Monarchie zeigen einen Staat, der aus der Enge eine Lage gemacht hat.